Bücher, Gesellschaft

Soll ich weinen, Mauricio?

Julio Emilio Braz

„Das Leben zeigte sich ihm wie ein unendlicher Traum. Mit seinem Tod haben wir viel verloren. Er für immer, ich für einige Zeit. Zeit in der weinte und mich an ihn erinnerte.

Er würde jetzt 11 Jahre alt werden. Meinen Namen wiederholte er zwei oder dreimal und ließ meine Hand nicht los. Ich hielt leeres Geschwätz und erinnere mich noch, dass ich mit den Tränen kämpfte. Es war ein Augenblick des tiefen unerträglichen Schmerzes. Ich versuchte ganz sinnlose Hoffnungen wach zu halten, ganz unerträglich überflüssig.

Mauricio starb wie sein eigenes Gespenst. Er drückte ganz fest meine Hand. Er weinte keine einzige Träne. So etwas lag ihm nicht. Er hat nie geweint. Auch nicht, wenn es Grund genug dafür gab.

Er war jemand, so, wie es nur wenige Menschen gibt und wir beide wussten dies nur zu gut.“

Julio Emilio Braz erzählt als Kinderbuchautor die Freundschaft zweier Jungen in Südamerika. Mauricio erkrankt an Aids, wird gemobbt, ausgestoßen und diskriminiert. Doch sein Freund hält zu ihm, auch über alle Verbote und sich daraus ergebenden Schwierigkeiten für sich selbst hinweg.

ISBN 978-3-941684-15-7
1. Auflage, Juli 2013leseprobe

28 Seiten, 12,5 x 20 cm, Softcover
Preis: 7,50 €

Auch als e-book für alle gängigen Formate erhältlich. 5,99 €, ISBN 978-3-941684-16-4

Julio Emilio Graz ist Schriftsteller und Kinderbuchautor. Er lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien. Aus dem Portugisischen/Brasilianischen übersetzt von Suzana Klassen.